Für Außenstehende schaut deine Welt perfekt aus: Du hast einen Partner, einen guten Job, eine kleine Familie, Haus, Hund und was sonst noch dazugehört - ich nannte das früher immer die Rama-Familie - vielleicht kennst du die Werbung noch? Die Sonne scheint, alle sind glücklich…

Für dich jedoch ist es: Ich gehe arbeiten, ich funktioniere im Alltag, ich halte durch, ich sage allen, dass es mir gut geht, dass ich nur keinen mit meinem Zeug belaste. Du leidest im Stillen, kein sichtbares Weinen, kein sichtbares Chaos, denn du bist stark und das wird dir auch sehr oft erzählt. Die Menschen sehen, was du alles schaffst und wie gut du alles beherrscht.

Genau diese Sicht, die andere auf dich haben, verstärken deine Gedanken von: „Es geht anderen doch viel schlechter. Was habe ich schon für ein Recht, Hilfe zu suchen?“ Oder: „Ich komme doch klar, warum sollte ich mich jemandem anvertrauen?“; “Ich hab doch ein gutes Leben, das ist doch Jammern auf hohem Niveau.”

An dieser Stelle rufe ich ein sehr lautes: STOPP. Deine Gefühle zählen – Immer. 

Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit. Dein Schmerz ist nicht weniger wert, nur weil du glaubst, dass es anderen schlechter geht. Sich mit anderen zu vergleichen, mag nobel erscheinen, führt jedoch nirgendwohin. Jeder trägt seinen eigenen Rucksack – und was für den einen leicht aussieht, kann für den anderen erdrückend schwer sein. Eine Wertung egal in welche Richtung ist absolut unangebracht.

Du verdienst ein glückliches Leben

Und wie dieses Leben auszusehen hat, das darf jeder für sich selbst entscheiden. Ja, du verdienst es, glücklich zu sein. Es ist nicht egoistisch, sich um sich selbst zu kümmern. Ganz im Gegenteil: Nur wenn du für dich selbst sorgst, kannst du langfristig auch für andere da sein. Hilfe anzunehmen, ist ein liebevoller Schritt in Richtung Selbstfürsorge – und echte Selbstliebe. Kaum einer ahnt, was in dir vorgeht. Innerlich fühlst du dich leer, erschöpft und manchmal verloren. Wenn das Kind für dich einen Namen braucht, dann nenne es gerne: hochfunktionale Depression.

Trotzdem brauchst du keine Diagnose: Du brauchst eine neue Perspektive

Manchmal brauchen wir jemanden, der von außen auf unsere Gedanken blickt, uns an die Hand nimmt und sagt: „Du bist nicht allein. Es gibt Wege – lass sie uns gemeinsam finden.“ Viele Menschen denken, psychologische Unterstützung sei nur etwas für schwere Krisen. Wer bewertet jedoch, was eine schwere Krise ist? Wo fängt denn "schwer" an?

Coaching, Beratung und Therapie sind wie ein Kompass in stürmischen Zeiten. Sie helfen dir Klarheit zu gewinnen, festgefahrene Denkmuster zu durchbrechen und neue Sichtweisen zu entwickeln. Wenn jemand mit viel Erfahrung aus der Adlerperspektive auf deine Herausforderungen schaut, kannst du schneller und leichter Schritte zu deinem neuen Ich machen.

Jeder Schritt zählt - mag er noch so winzig sein

Und auch hier darf man sich wieder fragen, wer bestimmt, was "winzig" ist? Deine Schritte solltest du ebenfalls nicht bewerten, wichtig ist, dass du gibst, was du heute geben kannst. Wenn du dich vergleichst, vergleiche dich mit der Version, die du gestern warst anstatt nach links oder rechts zu schauen. Dinge zu ändern fühlt sich für die meisten Menschen beängstigend oder überwältigend an, mit oder ohne Diagnose. Jeder Schritt bringt dich deinem glücklichen Ich näher. 

Ich weiß, wie sich Dunkelheit anfühlt, doch ich weiß auch, dass es möglich ist, das Licht wiederzufinden – Schritt für Schritt.

Und du musst diesen Weg nicht allein gehen. Fühl dich von Herzen umarmt.

Du bist wichtig. Du bist wertvoll. Und du bist nicht allein.

Love, Nadine