In meinem gestrigen Post ging es um die sogenannten „Glückshormone" - Serotonin, Dopamin, Oxytocin und Endorphin - und, wie man sie natürlich erzeugen kann. Heute möchte ich daran anknüpfen und erneut beleuchten, warum es so entscheidend ist, zu TUN! Willst du auf körperlicher und emotionaler Ebene echte Veränderungen erleben - sollten Wissen und Umsetzung Hand in Hand gehen. Du kannst dir vorstellen, dass es nicht ausreicht, dass du weißt, wie man sich gesund ernährt, man muss es auch umsetzen - um ein ganz einfaches Beispiel zu nennen.
Es heißt: Wissen ist Macht. Das mag auf früher zutreffen. Die Macht lag vor einigen Jahrzehnten bei den Menschen, die Lesen, Rechnen oder Schreiben konnten, die Macht war dort, wo Menschen Zugriff auf Wissen hatten, in Bibliotheken konnten usw. doch heute? Natürlich gilt das für einige Teile der Welt leider auch heute noch - doch das lassen wir jetzt mal außen vor. Prinzipiell haben die meisten ein Smartphone, du hast überall Zugriff auf Suchmaschinen, findest innerhalb von Sekunden zu sämtlichen Themen Informationen.
Würde Wissen allein ausreichen, um echte, nachhaltige Veränderungen in uns und somit in unserem Leben zu bewirken, sollten wir alle schlank, reich, sexy, selbstbewusst, frei von Ängsten und Depression sein. Oder eben alles, das haben, was für dich persönlich dein Traumleben darstellt, richtig? Für Menschen mit "Schlaubischlumpf-Gen", die lesen und recherchieren, um noch mehr zu lesen, die es lieben, sich mit Wissen zuzuballern, wäre das ein Traum! Ich strecke mal meinen Finger nach oben - ich müsste alles haben, doch leider funktioniert das so nicht. Mist aber auch!
Wissen ist lediglich der erste Schritt: Wir finden Orientierung und Klarheit, verstehen, wie etwas funktioniert. In unserem Kopf - diesem wundervollen Hochleistungscomputer - ist alles logisch und nachvollziehbar. Der wahre, transformative Prozess beginnt erst dann, wenn wir dieses Wissen anwenden, wenn wir es umsetzen und TUN!
Ein einfaches Beispiel hierfür ist das Erlernen einer neuen Sprache. Man kann Grammatikregeln und Vokabeln lesen und verstehen, doch das Wissen allein macht uns noch nicht zu einem fließenden Sprecher. Wir erwerben an dieser Stelle erstmal das intellektuelle Verständnis der Sprache.
Der Körper lernt, was der Geist versteht
In Schritt zwei nutzen wir dieses Wissen aktiv, indem wir sprechen, schreiben und zuhören. Jedes Mal, wenn wir im Gespräch üben oder einen Satz formulieren, bildet das Gehirn neue neuronale Verknüpfungen und wandelt das theoretische Wissen in praktische Erfahrung um. Die Synapsen, die für das Sprechen und Verstehen der Sprache notwendig sind, werden zunehmend stabiler und dichter. Durch regelmäßiges Üben, sprich: umsetzen und TUN wird es immer leichter, verbraucht immer weniger Anstrengung, weniger Energie und wird zu einem natürlichen Prozess.
Gehen wir noch einen Schritt weiter – Die Rolle der Gehirnchemie
Unser Gehirn ist in einem ständigen chemischen Fluss. Alles, was wir tun, empfinden und erleben, löst biochemische Reaktionen aus, die sich wiederum auf unsere Emotionen und Körperwahrnehmungen auswirken.
Erfahrungen, die wir im Außen sammeln (ich spreche meinen ersten vollständigen Satz in einer neuen Sprache) → werden durch Emotionen im Inneren reflektiert (ich bin stolz, wie Bolle) → Diese emotionale Reaktion aktiviert einen biochemischen Prozess ( Ziele erreichen, Erfolge feiern = Dopaminausschüttung). Das fühlt sich toll an, man will mehr von diesem Glücksgefühl, also ist man motivierter zu lernen, den nächsten Schritt zu gehen usw.
Dieses Beispiel zeigt, dass Wissen den ersten wichtigen Schritt darstellt, doch durch das Tun und die Wiederholung – also die aktive Anwendung – erfahren wir eine nachhaltige Veränderung und Wachstum.
Jetzt sagst du vielleicht: “Ach komm - es geht hier um das Lernen einer neuen Sprache, das ist ja völlig logisch, dass das so funktioniert. Ich kämpfe hier mit meiner Depression oder echten Ängsten, die meinen Alltag massiv einschränken, die mich daran hindern, ein schönes Leben zu führen. Das kannst du nicht vergleichen!”
Doch, kann ich. Denn Erlebnisse im Außen bewirken Veränderungen in unserem Inneren und dabei ist es egal, ob es um Sprache oder um schöne Momente geht. Letztendlich geht es darum, dass wir durch Üben das Wissen, was wir bereits in unser Gehirn “eingebaut” haben, zu einer neuen Gewohnheit machen. Dass du aus deinem alten Ich (ich spreche keine Fremdsprache) ein neues Ich machst (ich spreche eine Fremdsprache).
Wiederholung schafft Leichtigkeit – Gewohnheiten formen unser Selbst
Je häufiger wir eine neue Erfahrung machen, desto vertrauter und müheloser wird sie uns. Unser Gehirn erkennt diese Wiederholungen und optimiert sich durch das Prinzip der Neuroplastizität. Durch wiederholte Handlungen und Gedankenmuster entstehen stabile neuronale Netzwerke, die wiederum unsere Emotionen, Gewohnheiten und letztlich unser Selbstbild beeinflussen.
Nehmen wir die Überzeugung: "Ich bin nicht gut genug”, als weiteres Beispiel. Schritt eins ist Wissen: Ich verstehe, dass dieser Gedanke unbewusst kommt und auf alten Erfahrungen basiert. Das Wissen allein bringt schon erste Klarheit, wird alleine jedoch zu keiner Änderung führen. Schritt zwei ist, aktiv dagegen zu handeln, z.B. regelmäßig kleine Dinge zu tun, die dir zeigen, dass du fähig und kompetent bist. So sammelst du wiederholt positive Erfahrungen, kannst kleine Erfolge feiern, deine Chemie ändert sich und es bilden sich neue, stärkende Verknüpfungen im Gehirn. Mit der Zeit wird das "Ich kann das!"-Gefühl natürlicher, und das frühere Selbstbild wandelt sich zu mehr Selbstvertrauen.
Diese kleinen Veränderungen helfen dir, depressive Episoden zu überwinden und Ängste zu minimieren. Du sammelst bewusst neue Erfahrungen, dein Gehirn lernt, dass du auch dabei sicher bist, du wirst mental deutlich stärker und entwickelst dich schrittweise hin zu dem, der du sein willst. Indem wir durch kleine Schritte aktiv werden, wird das Handeln zu einer Methode, Ängste und Zweifel zu mindern. Es ist nicht die große Transformation über Nacht, sondern die konstante, gezielte Veränderung, die den langfristigen Erfolg bringt.
Fazit: Ins Tun kommen, um sich selbst zu transformieren
Wissen alleine reicht nicht – erst durch das Handeln und die damit verbundenen Erfahrungen können wir wirkliche Veränderungen erleben und uns weiterentwickeln. Ob wir lernen, alte Verhaltensmuster abzulegen, Ängste zu reduzieren oder neue Gewohnheiten etablieren wollen: Es ist die körperliche Erfahrung und die biochemische Reaktion darauf, die uns nachhaltig verändert. Durch Wissen und das Umsetzen, überschreiben wir im Inneren unser altes ICH.
Sei dein eigener Superheld! Du hast so viel mehr Macht als du denkst!
Love, Nadine